| vor 1830 |
In unserer vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Region besaßen die Huffier früher ein Backhaus. Das Brot für die Bauernfamilie und das Gesinde wurde hier auf Vorrat gebacken. So wird es auch auf dem Jessenhof, heute Flensburger Str. 9, gewesen sein. |
| 1830 |
Der Bäckermeister Nicolai Matzen aus Kl.- Quern kommt durch Heirat mit der Witwe Helene Jessen auf den "Jessenhof" und gründet hier eine Bäckerei. |
| 1853 |
Claus Peter Jessen, ein Sohn von Helene Jessen, übernimmt den landwirtschaftlichen Betrieb und die Bäckerei. |
| 1859 |
Claus Peter Jessen baut ein neues Wohnhaus mit einem integrierten Bäckerladen für 3000 Taler. In der Hümühle in Mohrkirchwesterholz unterhält er eine Filiale, die zweimal wöchentlich beliefert wird. Die Spuren des alten Bäckerladens in Form einer Glaskonstruktion waren noch bis zum Umbau 1974 im Hause Jessen sichtbar. |
| 1880 |
Der Bäckermeister Georg Jessen, ein Schwiegersohn von Claus Peter Jessen und seine Frau Christine übernimmt die Bäckerei und verlegt diese in das Abnahmehaus des Betriebes gegenüber (heutiger Standort der Bäckerei, Flensburger Str. 10). Der neue Meister war ein ideenreicher Unternehmer. |
| 1901 |
Georg Jessen richtet ein Café ein, bietet Spezialitäten an und firmiert auch als Conditor. Zur gleichen Zeit gründet Franz Schröder in Satrup-West einen kombinierten Betrieb als Dampfmüllerei, Bäckerei und Holzsägerei, (1975 abgebrochen, heute Flensburger Str. 60/62). Der Grund für die Vielseitigkeit war wohl, eine Rentabilität für die installierte Dampfmaschine zu erzielen. Offensichtlich geriet das Unternehmen aber nach wenigen Jahren in wirtschaftliche Schwierigkeiten. |
| 1907 |
Die Bäckerei wird in das 1904 gebaute Nachbarhaus, Flensburger Str. 64 verlegt und von dem aus Kappeln kommenden Bäckermeister Gustav Rhein betrieben. |
| 1909 |
Schon erfolgt der nächste Wechsel an Heinrich Wilhelm Richmann, Bäcker aus Eckernförde. Auch hier waren es Finanznöte die den Unternehmer nach 2 Jahren zur Aufgabe zwangen. |
| 1911 |
Der Bäckermeister Nicolaus Clausen erwirbt Auf Zuschlagsbeschluß das Haus mit der Bäckerei, die er für 7 Jahre betreibt. Er beschäftigt zeitweilig 2 Gesellen. Der 1. Weltkrieg hemmt das Geschäft durch Brotrnarken und Wehrdienst. Steuerlich gesehen ist es eine gute Zeit. Die Gemeinde erhebt die einzige Steuer, 1912 beträgt sie im Jahr ganze 26 Goldmark. |
| 1918 |
Mit dem Verkauf ist die wechselvolle Geschichte der Bäckerei in der Flensburger Str. 60 - 64 beendet. Nicolaus Clausen übernimmt den Betrieb des erfolgreichen Meisters Georg Jessen, Flensburger Str. 10, der in den Ruhestand geht. |
| 1931 |
Laden und Cafewerden umgebaut. Es werden jetzt 3 - 4 Gesellen und Lehrlinge beschäftigt. Nebenher werden noch bis um 1960 eine kleine Landwirtschaft mit zwei Kühen und Schweinemast betrieben, sicherlich auch um die anfallenden Backreste gut zu verwerten. |
| 1930'er |
Mit dem Handwagen wird Brot von Haus zu Haus verkauft. Dies mühselige Geschäft wird von Magdalene Hansen, Esmarkholm betrieben. Später wird auch noch der kleine Kaufrnannsladen Katerkrug in Ausackerholz beliefert. |
| 1944 |
Der Bäckermeister Walter Clausen, Sohn von Nicolaus Clausen, steigt in das Unternehmen ein. Mit dem Kriegsende beginnt eine schwierige Zeit, gilt es doch jetzt, durch den Flüchtlingsstrom die doppelte Anzahl Menschen zu versorgen. Aus Rohstoffrnangel wird sogar Brot aus Mais gebacken. In der Nachkriegszeit sind bis zu 10 Personen in der Backstube beschäftigt. |
| 1960 |
Es sind noch 6 Gesellen und 2 Lehrlinge in der Bäckerei beschäftigt. Im Laden sind neben den beiden Meisterfrauen mehrere Verkäuferinnen tätig. |
| 1956 |
Als erste Bäckerei in Angeln erhält der Betrieb einen ölbefeuerten Backofen. |
| frühe 70'er |
Die morgendlichen Brötchenlieferungen an Privathaushalte müssen aus Kostengründen eingestellt werden. |
| 1971 |
Walter Clausen, als Bürgermeister, Amtsvorsteher und Kreistagsabgeordneter ein vielbeschäftigter Mann, zieht sich ins Privatleben zurück. Die Bäckerei pachtet sein Vetter gleichen Namens aus Mohrkirch. Er ist aber nur 3 Jahre bis 1974 hier tätig. |
| 1974 |
Mit Christian und Helga Bahnsen ziehen jetzt junge Leute in die Bäckerei
ein. Mit einem motorisierten Brotwagen betreibt man bis 1981 Handel von Haus zu Haus. Zeitweise werden bis 1988 die Läden Katerkrug, Krabbenhöft in Esmark, der Sparladen in Satrup und Hansen in Rüde beliefert. |
| 1984 |
Der Wochenmarkt in Flensburg wird von 1984 bis 1991 beschickt. |
| 1986 |
Im Zuge einer weiteren Modernisierungsphase erfolgt die Umstellung auf Elektroofen. Es entsteht eine Filiale bei Minimal in Satrup, die aber 1998 wieder aufgegeben wird. |
| 1991 |
Gründung der Filiale in Husby |
| 1992 |
Umbau des Backhauses mit Integration eines zusätzlichen Gasbackofens |
| 1997 |
Die personelle Ausstattung der Bäckerei bewegt sich seit der Übernahme ständig nach oben. Waren 1974 noch 7 Personen im Betrieb tätig, so sind es 1997 bereits 15. |
| 1998 |
weitere Modernisierungsphase |
| 2001 |
Ende des Jahres gibt Christian Bahnsen aus Altersgründen seine geschäftlichen Aktivitäten auf und übergibt am 1. Januar 2001 die Bäckerei seinem Sohn Lars und dessen Frau Margrit. |
| 2004 |
Einrichtung eines Selbstbedienungs-Brotregals im Werksverkauf bei Redlefsen |
| 2007 |
Erstmals wird das Brot "Renata" mit Vollkornschrot aus der Schwensbyer Mühle "Renata" gebacken. |
| 2008 |
Die Bäckerei Bahnsen bietet hausgemachte Marmeladen verschiedener Sorten an. |
| 2009 |
Weitere Modernisierungsarbeiten sind geplant, unter anderem eine bessere Wärmedämmung, eine Modernisierung des Gärraums und eine Ofenerneuerung. |







